Einführung

Zum Inhalt der biographischen Sammlung 

Den Ausgangspunkt bilden Kurzbiographien von Verfolgten des Naziregimes und von NS-Tätern, die im Anhang des Begleitheftes zum „Darmstädter Geschichtsrundgang 1933-1945“ auf dem Stand 2011 bereits veröffentlicht sind*. Diese Zusammenstellung wird unter der Überschrift „Darmstädter Biographien 1933-1945“ mit neu recherchierten und überarbeiteten veröffentlichten Biographien erweitert, soweit nicht bereits entsprechende Kurzbiographien publiziert sind**. Seit Januar 2013 (aktueller Stand: Dezember 2014) sind folgende neue bzw. erweiterte Kurzbiographien eingearbeitet worden: Heinrich Angermeier, Philipp Benz, Heinrich Delp, Fritz Freund, Karl Freund, Karl Friedrich, Georg Fröba, Alexander Haas, Ludwig Keil, Elisabeth und Jacob Kern, Erna Salm geb. Mann, Elisabeth Schumacher, Karl Heinz Spalt/Keith Spalding, Martin Wick.

Einige Kurzbiographien von jenen Menschen, die – aus Darmstadt stammend oder während der Naziherrschaft in Darmstadt handelnd – an den Verbrechen der Verfolgung beteiligt waren, sind in die biographische Sammlung aufgenommen. Damit soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch in Darmstadt im Rahmen und im Auftrag des NS-Terrorsystems persönlich Verantwortliche gehandelt haben. 

Die Liste der Biographien ist deshalb unterteilt in „Namensliste Opfer/Widertand“ und „Namensliste Täter/Faschisten“. Soweit über Kurzbiographien hinausgehende, ausführlichere Texte bzw. Ausstellungstafeln mit einem Link angezeigt sind, wird mit dem Zeichen (*) darauf hingewiesen. 

"Gedächtnisbuch Dachau" – „Darmstädter Biographien 1933-1945“

Die Darmstädter Geschichtswerkstatt wurde zu den „Darmstädter Biographien 1933-1945“ durch das "Gedächtnisbuch Dachau" (www. gedaechtnisbuch.de) angeregt, einem viel beachteten Projekt, dessen Teilnehmer_innen seit 1999 fortlaufend Lebensgeschichten ehemaliger Dachau-Häftlinge in persönlichen Begegnungen und in Literatur- und Archivrecherchen erforschen und anschließend aufzeichnen.*** Die Zielsetzung für das Darmstädter Projekt ist bescheidener: Informationen und Materialien zur Lebensgeschichte von wenig oder bislang unbekannten vom Nazi-Regime Verfolgten und Vertriebenen aus Darmstadt sollen gesucht, gesammelt und, wenn möglich, zu Kurzbiographien zusammengestellt werden. Die Ergebnisse der Recherchen werden auf der Homepage der Darmstädter Geschichtswerkstatt veröffentlicht. Einige exemplarische Biographien werden zu einer fortlaufend erweiterten Ausstellung zusammengestellt. In Gestalt von Rollups wurden bislang die Kurzbiographien von Philipp Benz, Heinrich Delp, Alexander Haas, Ludwig Keil, Elisabeth Kern, Jacob Kern, Karl Heinz Spalt/Keith Spalding, Martin Wick ausgestellt. Weitere Ausstellungstafeln sind in Vorbereitung.

Kooperation mit der Bert-Brecht-Schule und offene Mitarbeit 

Alle, die an dem Projekt interessiert sind, sind zur Mitarbeit eingeladen. Die Darmstädter Geschichtswerkstatt ist für Hinweise und Vorschläge offen und bedankt sich insbesondere für das Interesse von Lehrkräften der Bert Brecht Schule in Darmstadt und für die Mitarbeit von Schülerinnen und Schülern dieser Schule, die sich im Rahmen des Fachs „Methoden lernen“ im Herbst/Winter 2013/14 in Arbeitgruppen auf Spurensuche gemacht haben, zum Teil auch Täterbiographien recherchiert haben. Im Schuljahr 2014/15 beteiligt sich ein „Leistungskurs Geschichte“ der Bert-Brecht-Schule an weiteren Recherchen. Die Ergebnisse dieser Nachforschungen werden auf der Homepage der Geschichtswerkstatt und nach Möglichkeit in Form weiterer Rollups veröffentlicht. 


------------

* Widerstand und Verfolgung in Darmstadt in der Zeit des Nationalsozialismus. Hg. Kulturamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 4. Auflage 2011 (S. 53 ff.)

** Zu jüdischen Verfolgten s. insbes.: Stolpersteine in Darmstadt (Hg. D. Hoppe / J. Reuss, 2013); - Weitere Veröffentlichungen mit biographischen Hinweisen zu NS-Verfolgten in Darmstadt: Pingel-Rollmann, Heinrich: Widerstand und Verfolgung in Darmstadt und in der Provinz Starkenburg (1985); Eckart G. Franz (Hg.), Juden als Darmstädter Bürger (1984); Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933-1945. Der Kampf um das Hessische Landestheater. Eine Ausstellung von Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt. Berlin 2009; Veröffentlichungen der Initiative „Gedenkort Güterbahnhof Darmstadt“, Darmstadt 2004 ff.; Von Adelung bis Zwangsarbeit (Hg. DFG-VK Darmstadt, aktualisierte Ausgabe http://www.dfg-vk-darmstadt.de/index_Von_Adelung_bis_Zwangsarbeit.htm;

*** Katalog: Namen statt Nummern. Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau. 3. Auflage 2012